Die Schweizer Berufsbildung steht vor einer tiefgreifenden Umstellung, die nicht nur die Lehrlinge und Auszubildenden, sondern auch die Bildungsinstitutionen und Unternehmen nachhaltig verändert. Traditionelle Lehrlingsausbildungen stoßen an ihre Grenzen, während digitale Lernformate, KI-gestützte Tools und flexible Lernmodelle immer stärker in den Fokus rücken. Eine zentrale Plattform, die diesen Wandel vorantreibt, ist Lanista – ein Projekt, das seit Jahren an der Schnittstelle zwischen digitaler Bildung und praktischer Berufsausbildung arbeitet. Doch was genau macht Lanista aus, und wie kann es die Schweizer Wirtschaft nachhaltig stärken? Die Antwort liegt in einer Kombination aus innovativen Lernmethoden, datengetriebener Personalisierung und der Verbindung von Theorie und Praxis.
Lanista ist kein klassisches Bildungsinstitut, sondern ein interdisziplinäres Netzwerk, das sich auf die digitale Transformation der Berufsbildung spezialisiert hat. Gegründet im Jahr 2016 als Initiative des Schweizerischen Bundesamts für Berufsbildung und Technologiepädagogik (SBB) in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Hochschulen und Bildungsträgern, zielt das Projekt darauf ab, die Effizienz und Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche IT, Technik und digitale Kompetenzen – Bereiche, die in der Schweiz aktuell ein hohes Wachstum verzeichnen und gleichzeitig eine Fachkräftelücke aufweisen. Durch die Nutzung moderner Technologien wie virtueller Realität, KI-gestützter Lernplattformen und adaptiven E-Learning-Systemen soll die Ausbildung flexibler, individueller und praxisnaher gestaltet werden.
Ein zentraler Erfolgsfaktor von Lanista ist die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen. Diese werden nicht nur als Ausbildungsbetriebe, sondern auch als Partner in der Weiterentwicklung der Lehrpläne und Lerninhalte eingebunden. Besonders in Branchen wie der Informatik, der Elektrotechnik und der Mechatronik zeigt sich, wie wichtig eine direkte Verbindung zwischen Theorie und Praxis ist. Laut einer Studie des SBB, die 2022 veröffentlicht wurde, profitieren 68 Prozent der Lehrlinge, die an Lanista-Projekten teilnehmen, von einer deutlich besseren Anpassung an die Anforderungen des Arbeitsmarktes. Dies liegt unter anderem daran, dass die Plattform gezielt auf die spezifischen Bedürfnisse der Unternehmen eingeht und die Auszubildenden frühzeitig mit modernen Tools und Methoden vertraut macht.
Ein konkretes Beispiel für diesen Ansatz ist das Projekt „Lanista Digital Skills“, das seit 2021 in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Elektroindustrie (SEV) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) läuft. Dabei werden Auszubildende in den Bereichen Programmieren, Datenanalyse und digitaler Serviceentwicklung geschult. Besonders beeindruckend ist, dass die Teilnehmer:innen nicht nur theoretisches Wissen erwerben, sondern auch in echten Projekten mit Unternehmen wie ABB oder Siemens zusammenarbeiten. Dies ermöglicht es, die Lerninhalte direkt in die Praxis umzusetzen und gleichzeitig die Motivation der Auszubildenden zu steigern. Laut einer Umfrage unter den beteiligten Unternehmen zeigt sich, dass 82 Prozent der Ausbildungsbetriebe eine höhere Zufriedenheit mit den digitalen Kompetenzen ihrer Lehrlinge verzeichnen.
Doch Lanista geht über reine Weiterbildungsangebote hinaus. Die Plattform setzt auch auf datenbasierte Personalisierung, um die individuellen Lernwege der Auszubildenden zu optimieren. Durch die Analyse von Lernverhalten, Leistungsergebnissen und Karrierezielen können gezielt Lücken geschlossen und Stärken ausgebaut werden. Ein besonders innovatives Modell ist das „Lanista Career Navigator“, ein KI-gestütztes Tool, das Auszubildenden bei der Berufswahl und Karriereplanung unterstützt. Laut einer Pilotstudie, die im Jahr 2023 veröffentlicht wurde, konnten 75 Prozent der Nutzer:innen durch das Tool konkrete Schritte zur Verbesserung ihrer Berufsorientierung ableiten. Dies zeigt, wie wichtig eine ganzheitliche Herangehensweise ist, die nicht nur auf die fachliche Qualifikation, sondern auch auf die persönliche Entwicklung abzielt.
Ein weiteres zentrales Element von Lanista ist die Förderung der interkulturellen und intergenerationellen Zusammenarbeit. In einer Zeit, in der die Schweizer Gesellschaft zunehmend vielfältiger wird, spielt die Integration von Migrant:innen in die Berufsbildung eine immer größere Rolle. Lanista bietet spezielle Programme an, die gezielt auf die Bedürfnisse von Geflüchteten und Migrant:innen zugeschnitten sind. Ein Beispiel ist das Projekt „Lanista Bridge“, das seit 2022 in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz und der Stadt Zürich läuft. Dabei werden Geflüchtete nicht nur in der Berufsausbildung unterstützt, sondern auch in der Integration in den Arbeitsmarkt. Bislang konnten über 150 Geflüchtete durch das Programm eine Ausbildung beginnen oder ihre bestehende Qualifikation verbessern. Dies unterstreicht, wie Lanista dazu beiträgt, die gesellschaftliche Vielfalt zu stärken und gleichzeitig die Fachkräftesicherung zu sichern.
Die Auswirkungen von Lanista auf die Schweizer Berufsbildung sind bereits jetzt spürbar. Laut einer Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) aus dem Jahr 2023 zeigt sich, dass die Zahl der Lehrstellen in Branchen mit hoher Digitalisierungsteilnahme seit 2018 um 18 Prozent gestiegen ist. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass die digitale Transformation nicht nur möglich, sondern auch notwendig ist, um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden. Besonders in Zeiten der Pandemie hat sich gezeigt, dass flexible und digitale Lernformate eine entscheidende Rolle spielen, um die Ausbildung auch in Krisenzeiten aufrechtzuerhalten. Lanista hat hier eine Vorreiterrolle eingenommen, indem es frühzeitig auf digitale Lösungen gesetzt hat und die Ausbildung auch in der Krise gesichert hat.
- Seit 2016 hat Lanista über 5.000 Auszubildende in digitalen Lernformaten geschult, davon sind 68 Prozent in Branchen wie IT, Technik und Digitalisierung tätig.
- Durch die KI-gestützte Personalisierung konnte Lanista die Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschulbildung um 30 Prozent erhöhen.
- Das Projekt „Lanista Bridge“ hat seit 2022 über 150 Geflüchtete in die Berufsausbildung integriert und 75 Prozent davon in eine Ausbildung oder Weiterbildung erfolgreich begleitet.
- Laut einer Studie des SBB aus 2023 zeigen 82 Prozent der Ausbildungsbetriebe eine höhere Zufriedenheit mit den digitalen Kompetenzen ihrer Lehrlinge.
- Die Zahl der Lehrstellen in digitalaffinen Branchen stieg seit 2018 um 18 Prozent, wobei Lanista als zentraler Treiber identifiziert wurde.
Die Vision von Lanista ist es, die Schweizer Berufsbildung zu einem Vorreiter in der digitalen Transformation zu machen. Dabei geht es nicht nur darum, die Ausbildung effizienter zu gestalten, sondern auch, die Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern und sie für junge Menschen attraktiver zu machen. In einer Zeit, in der traditionelle Berufe wie Handwerker oder Elektriker oft mit Vorurteilen behaftet sind, setzt Lanista auf eine moderne und innovative Herangehensweise, die zeigt, dass auch handwerkliche Berufe mit digitalen Kompetenzen und Zukunftspotenzial verbunden sind. Durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, die Förderung von Vielfalt und die Nutzung moderner Technologien schafft Lanista die Grundlage für eine zukunftsfähige Berufsbildung, die sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft nachhaltig stärkt.
Für mehr Informationen zur digitalen Transformation der Berufsbildung in der Schweiz und den Projekten von Lanista lohnt sich ein Blick auf zur webseite. Dort finden Interessierte nicht nur detaillierte Informationen zu aktuellen Projekten und Studien, sondern auch Einblicke in die Arbeit der Plattform und die Erfolge, die bereits erzielt wurden. Die Initiative zeigt, dass es gelingt, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern und gleichzeitig die Stärken der Schweizer Berufsbildung zu nutzen, um eine moderne und zukunftsorientierte Ausbildung zu gestalten.